Intermezzo

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Beinahe hätte es mich umgehauen. Nicht nur dass der Bus sehr abrupt beschleunigte und auch bremste, vor allem schien der Busfahrer besondere Freude daran zu haben mit möglichst viel Schwung in jede Kurve hineinzufahren. Und als einziger stehender Passagier hatte ich noch mehr zu kämpfen mit dem Gleichgewicht als die sitzenden Mitfahrenden. Aber immerhin war ich froh, überhaupt den Bus gefunden zu haben.

Im Bahnhof von Liverpool schien noch alles in Ordnung zu sein. Nach wenigen Minuten hatte ich meine Weiterreise nach Dublin organisiert, nun galt es nur noch den Weg zum etwas weiter weg gelegenen Hotel zu finden. Ich folgte den eindeutigen Zeichen und stand bald vor dem Bahnhofsgebäude – um viele Busse zu sehen, die aber alle schnell vorüberfuhren. Und weit und breit keine Bushaltestelle in Sicht. Es schien sich um den ersten Bahnhof zu handeln ohne direkten Busanschluss. Ich entschied mich darauf mein Glück zu versuchen, indem ich nach rechts ging, was natürlich die falsche Entscheidung war. So kam ich zwar an der einzigen vom Bahnhof aus sichtbaren Busstation vorbei, doch die schien nicht bedient zu sein. Und ein Blick um die Ecke der nächsten Strasse machte klar, dass ich auf dem falschen Weg war.

Mit etwas Kombinationsgabe ging ich daraufhin in die entgegengesetzte Richtung und – oh Wunder – stiess auf eine grosse Busstation. Die Verkäuferin im Ticketoffice war äusserst zuvorkommend und verkaufte mir zwei Tageskarten. Als ich sie allerdings nach einer Karte mit den Buslinien fragte meinte sie, die sei viel zu umfassend und ich würde meine (inner-Liverpooler) Reisen besser in ihrem Office planen. Nach der Busfahrt von heute Mittag wurde mir aber inzwischen klar, dass das Quartier rund um das Hotel sowieso das Schönste sein muss und ich doch eigentlich gar keinen Grund habe mein Schicksal weiter herauszufordern.

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